Was sind dekorative Akustikpaneele, welche Arten gibt es – je nach Material und Format – und wie wählt man sie so aus, dass Design und Akustik gleichermaßen funktionieren?
Jahrelang wurde die akustische Behandlung als rein technisches Element betrachtet, das es zu verbergen galt. Heute sind Akustikpaneele in vielen Innenarchitekturprojekten von Anfang an fester Bestandteil des Designs.
Ein dekoratives Akustikpaneel erfüllt eine Doppelfunktion: Es reduziert den Nachhall im Raum und verleiht ihm zugleich Farbe, Textur oder Volumen.
In diesem Artikel erläutern wir, was dekorative Akustikpaneele sind, welche Arten es gibt und wie man sie so auswählt, dass Design und Akustik gleichermaßen überzeugen.

Was ist ein dekoratives Akustikpaneel?
Ein dekoratives Akustikpaneel ist ein Element, das an Wand oder Decke angebracht wird, um Schall zu absorbieren – und das zudem so gestaltet ist, dass es auch optisch ansprechend wirkt. Seine Form, Farbe oder Oberflächenbeschaffenheit sind Teil des ästhetischen Gesamtkonzepts eines Raumes.
Der Unterschied zu einem rein technischen Akustikelement liegt nicht in der Funktion, sondern in der Art der Integration. Beide reduzieren den Nachhall und verbessern die Sprachverständlichkeit; die dekorative Variante wird jedoch auch aufgrund ihres visuellen Beitrags ausgewählt.
Wenn Sie genauer verstehen möchten, welche Wirkung ein solches Paneel in einem Raum entfaltet, finden Sie dazu Erläuterungen in unserem Artikel über den Nutzen von Akustikpaneelen.
Warum Akustik in die Gestaltung integriert werden sollte
Wird die Akustik erst ganz am Ende der Planung berücksichtigt, kommen oft Lösungen zum Einsatz, die nicht harmonisch in den Raum passen. Wird sie hingegen von Anfang an in den Entwurf einbezogen, können die Paneele die benötigte Fläche einnehmen, ohne als nachträglich hinzugefügte Elemente aufzufallen.
Dies ist wichtig, da der Umfang der behandelten Fläche das Ergebnis maßgeblich beeinflusst. Ein sehr dekoratives, aber zu kleines Paneel reicht für einen großen Raum unter Umständen nicht aus.
Daher empfehlen wir, zunächst den erforderlichen Absorptionsgrad für den Raum zu bestimmen und anschließend festzulegen, wie dieser auf Decken und Wände verteilt werden soll – unter Berücksichtigung passender Formate und Farben.
Arten von dekorativen Akustikpaneelen
Der dekorative Aspekt kann sich aus dem Material, der Farbe oder dem Format ergeben. Dies sind die Optionen, mit denen wir bei Ideatec arbeiten.
Textile Paneele
Die Paneele der Produktfamilie Ideafabric verfügen über einen absorbierenden Kern, der mit einem technischen Gewebe bespannt ist. Sie bieten die größte farbliche Vielfalt, da sie mit der Stoffkollektion Fibertex gefertigt werden – so lassen sich die Paneele entweder dezent in den Raum einfügen oder als markantes Gestaltungselement in Szene setzen.
In den Büros von Cableworld in Novelda wurde das Fibertex-System eingesetzt, um den Nachhall in stark frequentierten Arbeitsbereichen zu reduzieren.
Deckenabhängungen
Bei hohen Decken – oder wenn die Deckenstruktur nicht verändert werden soll – ermöglichen abgehängte Elemente eine akustische Optimierung und schaffen zugleich eine neue visuelle Ebene.
- Vertikale Akustikelemente (Baffles) und Deckeninseln aus recycelter Polyesterfaser (Produktfamilie Ideaflow). Die Baffles erreichen einen αw-Wert von 0,95.
- Akustikbalken, die optisch an Deckenbalken erinnern und gleichzeitig als Schallabsorber fungieren.
In unserem Artikel über die akustische Gestaltung von Decken erläutern wir, wann sich welches Format am besten eignet.
Paneele mit Volumen und Formen
Einige Paneele verleihen der Wand Textur oder Dynamik. Das von SummumStudio entworfene System Ideatec Cell verwendet geschwungene Paneele aus recycelter Polyesterfaser, die einen Welleneffekt erzeugen.
Es ist – je nach gewünschtem Grad an Privatsphäre – in einer offenen oder geschlossenen Ausführung erhältlich und kann maßgefertigt bis zu einer Höhe von 3 Metern produziert werden; es eignet sich sowohl für die Decken- als auch für die Wandmontage.
Im Rahmen der Produktlinie Ideaflow sind zudem gestanzte Paneele verfügbar, die es ermöglichen, Motive oder Muster direkt in die schallabsorbierende Oberfläche einzuarbeiten.

Holzpaneele
Holz ist nach wie vor eine der gefragtesten Optionen, wenn es um eine warme Atmosphäre geht. Ob als Lamellen-, genutete oder perforierte Paneele – sie ermöglichen es, akustische Anforderungen mit einer natürlichen Optik zu verbinden.
So kam beispielsweise im Auditorium der Casa Decor 2024 in Madrid das System „Ideaperfo Micro 05“ zum Einsatz, um eine gute Sprachverständlichkeit in einem Raum mit hohem ästhetischen Anspruch zu gewährleisten.
Falls dies für Sie von Interesse ist: In unserem Artikel über akustische Holzpaneele stellen wir die verschiedenen verfügbaren Typen und Oberflächenausführungen vor.
So wählen Sie dekorative Akustikpaneele aus
Die Auswahl hängt sowohl vom Raum als auch vom Designkonzept ab. Hier sind einige Aspekte, die Sie berücksichtigen sollten.
Ausgangspunkt: Der akustische Bedarf
Bevor Sie sich für Farben oder Formen entscheiden, sollten Sie klären, welches akustische Problem im Raum besteht – etwa Nachhall, störende Hintergrundgeräusche oder eine schlechte Sprachverständlichkeit. Davon ausgehend lässt sich berechnen, wie groß die zu behandelnde Fläche sein muss.
Den Absorptionswert prüfen
Zwei Paneele, die optisch ähnlich wirken, können eine sehr unterschiedliche Leistung erbringen. Achten Sie im technischen Datenblatt auf den sogenannten αw-Wert, der in einem Bereich von 0 bis 1 liegt.
Bei Projekten mit starkem Fokus auf die Gestaltung ist es üblich, auffällige Elemente mit anderen, dezent integrierten Akustikflächen zu kombinieren.
Den Raum als Ganzes betrachten
Farbe, Textur und Anordnung der Paneele sollten mit der Beleuchtung, dem Mobiliar und den Materialien des übrigen Raumkonzepts harmonieren. Daher empfehlen wir, die Akustikplanung bereits in die Phase des Innendesigns zu integrieren.
Nutzung und Instandhaltung berücksichtigen
In stark frequentierten Bereichen oder dort, wo die Paneele leicht berührt werden können, sollten Sie widerstandsfähige Oberflächen wählen. An der Decke hingegen lassen sich leichtere Materialien oder abgehängte Elemente einsetzen.
Zudem ist zu prüfen, welche Brandschutzanforderungen für den jeweiligen Raumtyp gelten.
Wo sie am besten zur Geltung kommen
Dekorative Akustikpaneele eignen sich besonders für Räume, in denen die visuelle Gestaltung Teil des Gesamterlebnisses ist:
- Büros und Arbeitsbereiche, in denen sie dazu beitragen, die Unternehmensidentität zu stärken.
- Restaurants und Cafés, in denen die akustische Atmosphäre das Wohlbefinden der Gäste beeinflusst.
- Hotels und Empfangsbereiche, in denen die optische Gestaltung ebenso wichtig ist wie die akustische Leistungsfähigkeit.
- Showrooms, Geschäfte und Ausstellungsflächen.
- Unterrichts- und Bildungsräume, in denen Farben dabei helfen können, Bereiche zu gliedern und zu kennzeichnen.

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