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Wie man die Akustik eines Auditoriums verbessert: Entwurfskriterien und angewandte Lösungen
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Wie man die Akustik eines Auditoriums verbessert: Entwurfskriterien und angewandte Lösungen

Ein Auditorium zählt zu den akustisch anspruchsvollsten Räumen. Es genügt nicht, dass es laut ist oder gut klingt: Entscheidend ist, dass auch die Zuhörer in den hinteren Reihen alles genauso gut verstehen wie in den vorderen.

Das lässt sich nicht allein mit der Tonanlage erreichen; es kommt auf die Raumgestaltung und die verwendeten Baumaterialien an. Im Folgenden gehen wir anhand zweier realer Projekte auf die Kriterien ein, die die Funktionalität eines Auditoriums bestimmen, wo Anpassungen notwendig sind und welche Lösungen geeignet sind.

Was macht eine gute Akustik in einem Auditorium aus?

Drei Parameter fassen die wichtigsten Aspekte zusammen.

Sprachverständlichkeit

Sie beschreibt die Fähigkeit des Publikums, das Gesprochene ohne Anstrengung zu verstehen. Wenn ein Raum zu viel Nachhall aufweist, überlagern sich die Silben und die Zuhörer können die Wörter nicht mehr eindeutig erkennen, obwohl der Schallpegel ausreichend hoch ist. Dies ist das häufigste Problem in multifunktionalen Auditorien und Konferenzräumen.

Nachhallzeit

Sie bezeichnet die Zeit, die der Schall benötigt, um nach dem Verstummen der Schallquelle um 60 Dezibel abzufallen. Sie wird als RT60 bezeichnet und ist der am häufigsten verwendete Parameter zur Beschreibung des akustischen Verhaltens eines Raumes. Ein hoher Wert bedeutet, dass der Schall lange anhält; ein niedriger Wert, dass er schnell abklingt.

Gleichmäßigkeit

Es bringt wenig, wenn die Akustik in der Mitte des Zuschauerraums optimal ist, während der Schallpegel an den Seiten oder im hinteren Bereich abfällt. Die Gleichmäßigkeit beschreibt, ob alle Sitzplätze einen vergleichbaren Schallpegel und eine vergleichbare Klangqualität erhalten.

Wie Volumen und Geometrie des Raumes die Akustik beeinflussen

Das akustische Verhalten eines Auditoriums wird zu einem großen Teil bereits durch die Form des Raumes bestimmt, noch bevor auch nur ein einziges Akustikelement angebracht wird.

Das Raumvolumen pro Zuschauer beeinflusst den natürlichen Nachhall des Raumes. Ein sehr hoher Raum mit wenigen Sitzplätzen wird tendenziell stärker nachhallen, während ein niedriger und stark belegter Raum eher trocken klingt. Das Verhältnis zwischen Kubikmetern und Anzahl der Sitzplätze ist daher eine der ersten Größen, die berücksichtigt werden sollte.

Die Geometrie bestimmt, wie sich die Schallreflexionen verteilen. Parallele und glatte Wände begünstigen stehende Wellen und Flatterechos zwischen den Oberflächen. Konkave Flächen bündeln den Schall an bestimmten Punkten und erzeugen Bereiche mit einem zu hohen Schallpegel sowie andere mit einem zu niedrigen. Eine flache, harte Rückwand des Saals reflektiert den Schall mit Verzögerung zurück in Richtung Bühne, was als Echo wahrgenommen werden kann.

Wenn die Geometrie bereits festgelegt ist und nicht mehr verändert werden kann, bleibt die gezielte Behandlung der Oberflächen als wichtigstes Werkzeug zur akustischen Korrektur.

Welche Nachhallzeit je nach Nutzung angestrebt werden sollte

Es gibt keinen einzigen universell richtigen Wert. Er hängt davon ab, wie der Raum genutzt wird.

  • Sprachnutzung (Konferenzen, Sprechtheater, große Hörsäle): niedrige Werte im Bereich von 0,8 bis 1,2 Sekunden. Die Klarheit steht im Vordergrund.
  • Musiknutzung (Sinfonie-, Chormusik, Orgel): höhere Werte zwischen 1,6 und 2,2 Sekunden. Der Nachhall verleiht dem Klang Körper und sorgt für einen harmonischen Gesamtklang.
  • Mischnutzung, wie sie bei den meisten kommunalen und betrieblichen Auditorien vorkommt: ein Kompromiss von etwa 1,2 bis 1,5 Sekunden oder eine variable Absorptionslösung, mit der sich der Raum an die jeweilige Veranstaltung anpassen lässt.

Die Hauptnutzung bereits vor der Planung zu definieren, verhindert den häufigsten Fehler bei multifunktionalen Auditorien: den Raum so zu behandeln, als würde er ausschließlich für Konzerte oder ausschließlich für Vorträge genutzt.

Wo sollte eingegriffen werden? Die vier entscheidenden Oberflächen

Decke

Sie ist häufig die effektivste Oberfläche, da sie die größte zusammenhängende Fläche darstellt und die frühen Reflexionen zum Publikum zurückführt. Im Bereich nahe der Bühne ist es sinnvoll, den Schall zu reflektieren, um den Direktschall in Richtung der ersten Sitzreihen zu verstärken. Über dem Zuschauerbereich sollte dagegen absorbiert werden, um den Nachhall zu kontrollieren.

Seitenwände

Frühe seitliche Reflexionen vermitteln ein Gefühl von Räumlichkeit und Umhüllung. Sie vollständig zu eliminieren, würde den Raum akustisch verarmen lassen. Üblicherweise werden daher absorbierende und diffundierende Bereiche kombiniert, um dieses Raumgefühl zu erhalten und gleichzeitig Echos zu vermeiden.

Rückwand

Hier entsteht am häufigsten ein Echo. Eine harte, zur Bühne senkrechte Rückwand reflektiert den Schall mit ausreichender Verzögerung zurück zum Sprecher, sodass er als separate Reflexion wahrgenommen wird. Eine absorbierende Behandlung dieser Fläche ist daher in den meisten Fällen unerlässlich.

Bühnenbereich und Bühnenöffnung

Die Akustikmuschel und der unmittelbare Bereich rund um die Bühne beeinflussen, wie stark der Schall in den Zuschauerraum projiziert wird. Hier geht es darum, den Schall zu reflektieren und gezielt zu lenken – nicht darum, ihn zu absorbieren.

Eingesetzte Materialien und Systeme

Die Wahl des Materials hängt davon ab, welche Funktion die jeweilige Oberfläche erfüllen soll.

  • Perforierte und mikroperforierte Holzpaneele: Sie absorbieren über einen breiten Frequenzbereich und ermöglichen eine gezielte Anpassung des akustischen Verhaltens durch Variation von Durchmesser und Abstand der Perforationen. Gleichzeitig bieten sie die warme Optik, die häufig für Veranstaltungs- und Aufführungsräume gewünscht wird.
  • Geschlitzte und Lamellen-Holzpaneele: Sie kombinieren Absorption und Diffusion abhängig vom Abstand zwischen den Lamellen. Sie eignen sich besonders gut für Seitenwände, an denen der Schall verteilt werden soll, ohne die Reflexion vollständig zu eliminieren.
  • Akustik-Baffles und Akustiksegel: Von der Decke abgehängte Elemente, die auf beiden Seiten wirksam sind. Dadurch wird die effektive Absorptionsfläche vergrößert, ohne zusätzliche Bodenfläche zu beanspruchen. Sie sind eine gängige Lösung, wenn die Decke nicht durchgehend verkleidet werden kann oder sichtbare Installationen vorhanden sind.
  • Paneele aus recyceltem PET: Leicht, mit guten Eigenschaften im mittleren und hohen Frequenzbereich und in verschiedenen Farben erhältlich. Dadurch lassen sie sich in das Interior-Design integrieren, ohne wie ein rein technisches Zusatz-element zu wirken.
  • Variable Absorption: Vorhänge, klappbare Paneele oder drehbare Oberflächen ermöglichen es, die Nachhallzeit des Raumes je nach Veranstaltung anzupassen. Dies ist die passende Lösung für multifunktionale Auditorien.

Zwei Projekte, bei denen dies praktisch umgesetzt wurde

Auditorium Opulus, Casa Decor 2026

Im Bereich von Valpaint, entworfen von Miguel Muñoz, bestand das Ziel darin, den Nachhall eines Gemeinschaftsraums zu kontrollieren und gleichzeitig eine bessere Klangklarheit zu erreichen, ohne die visuelle Gestaltung des Projekts zu beeinträchtigen.

Die Lösung kombinierte schwarze Akustik-Baffles aus PET, die von der Decke des Gemeinschaftsraums abgehängt wurden, mit weißen PET-Sockelelementen an den Seitenwänden. Die Baffles übernehmen die Absorption an der Oberfläche mit dem größten Einfluss und wirken auf beiden Seiten. Die Sockelelemente behandeln die Wandbereiche in der Höhe, in der die Reflexionen entstehen, die den sitzenden Zuhörer direkt beeinflussen.

Das Projekt zeigt, dass akustische Maßnahmen nicht versteckt werden müssen. In diesem Fall sind sie ein integraler Bestandteil der Gestaltung des Raumes.

Adeje Auditorium und Theater

Bei diesem Projekt wurde ein anderer Ansatz verfolgt, da der Aufführungsraum kontinuierlich genutzt wird. Es kamen Ideacustic High 16- und Ideawood Idealux FL-Paneele zum Einsatz, die die Absorption von Oberflächen, die übermäßigen Nachhall erzeugen, mit Holzoberflächen kombinieren, welche die für einen Aufführungssaal charakteristische Wärme bewahren.

Von der Diagnose zum Projekt

Bevor wir uns für Materialien entscheiden, benötigen wir drei wichtige Informationen: das Raumvolumen und die Sitzplatzkapazität, die geplante Hauptnutzung sowie – falls der Raum bereits existiert – die Nachhallzeit im aktuellen Zustand. So können wir die benötigte schallabsorbierende Fläche und die relevanten Frequenzen berechnen. Anschließend legen wir die Verteilung zwischen Decke, Seitenwänden und Rückwand fest, wählen die Materialien entsprechend der Funktion jeder Fläche aus und überprüfen das Ergebnis mit einer Nachmessung. Bei Ideatec verfügen wir über mehr als 35 Jahre Erfahrung in der Begleitung dieses Prozesses in Auditorien, Theatern und Veranstaltungsräumen. Wenn Sie ein Projekt in Planung haben oder ein Raum nicht optimal funktioniert, kontaktieren Sie uns – wir beraten Sie gerne.